Immobilienkredit

Für einen Immobilienkredit kennt man derzeit auf dem deutschen Finanzmarkt drei Möglichkeiten. Dabei handelt es sich um die Hypothek, um den nicht zweckgebundenen Kredit und den Privatkredit. Die klassische Form der Immobilienfinanzierung ist aber die Hypothek. Die gesetzlichen Regelungen zur Hypothek finden sich im bürgerlichen Gesetzbuch ab dem Paragrafen 1113. Diese besagen, dass der Eintragung eines Grundpfandrechtes bei der Hypothek immer eine ganz konkrete Forderung zugrunde liegen muss. Das ist bei der Grundschuld nicht der Fall, was dazu geführt hat, dass sie in jüngster Zeit in der Praxis die Hypothek immer mehr in den Hintergrund drängt.

Bei einem Immobilienkredit handelt es sich immer um ein zweckbestimmtes Darlehen zum Kauf eines Grundstücks bzw. Kauf oder Bau eines Hauses. Eine zweckfremde Verwendung würde dazu führen, dass man sich als Kreditnehmer des Vertragsbruchs schuldig macht. Um das zu verhindern, gibt es besondere Praktiken bei der Auszahlung der oft sehr hohen Kreditsummen. So wird der Kreditnehmer in vielen Fällen verpflichtet, die Rechnungen der Unternehmer und Lieferanten bei der Bank zur Bezahlung vom Kreditkonto im Original vorzulegen. Alternativ können auch so genannte Baufortschrittszahlungen vereinbart werden, bei denen die Kreditsumme in Abhängigkeit vom Fortschreiten des Bauvorhabens zur Verfügung gestellt wird.

Zwar sind die Konditionen für einen Immobilienkredit von der Bonität des Kreditnehmers abhängig, doch hier fließen in die Festlegung der Zinsen auch individuelle Faktoren mit ein. Ein wichtiger Aspekt ist dabei der Anteil an Eigenkapital, der in die Gesamtfinanzierung mit eingebracht werden kann. Zum Eigenkapital werden auch die Leistungen mit hinzu gerechnet, die man selbst am Bau erbringen kann. Von einigen Anbietern werden auch staatliche Zuschüsse wie Eigenkapital behandelt. Grundsätzlich gilt, je höher der Anteil an Eigenkapital ist, umso günstiger bekommt man den Immobilienkredit.

Eine weitere Kenngröße beim Immobilienkredit ist der Beleihungswert. Für den Grund und Boden werden hier die Grundstücksrichtpreise zum Ansatz gebracht, die ständig von den Gutachterausschüssen anhand der aktuellen Verkäufe unter Beachtung individueller Lagemerkmale ermittelt werden. Für das Gebäude werden die durchschnittlichen Baukosten für vergleichbare Objekte angesetzt. Ein Immobilienkredit wird aber nur in den seltensten Fällen in der Höhe des ermittelten Gesamtwertes ausgereicht werden. Günstige Konditionen bekommt man meistens nur dann, wenn der benötigte Immobilienkredit maximal 80 Prozent des ermittelten Wertes ausmacht, der im Übrigen im Fachjargon als Verkehrswert bezeichnet wird.

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