Rahmenkredit

Viele Bankkunden kennen Dispo- und Ratenkredit, weniger bekannt ist der Rahmenkredit. Er weist ähnliche Merkmale wie der Dispositionskredit auf, hat ihm gegenüber jedoch einige Vorteile. Er ist eine gute Alternative zur Überziehung des Girokontos, ist aber teurer als ein normaler Ratenkredit. Eine andere Bezeichnung für den Rahmenkredit lautet Abrufkredit.

Funktionsweise

Der Rahmenkredit muss bei der Bank beantragt werden, er wird nicht wie teilweise der Dispo automatisch auf dem laufenden Konto eingeräumt. Die Entscheidung erfolgt wie bei allen Darlehen aufgrund der Prüfung der Bonität, Schufa-Abfrage und Vorlage der drei letzten Gehaltsnachweise. Einige wenige Banken räumen sogar Freiberuflern mit stabilen Einkünften einen Rahmenkredit ein. Der genehmigte Kreditrahmen wird auf einem separaten Kontokorrentkonto bereitgestellt. Das Referenzkonto kann das Girokonto bei der eigenen Bank oder ein fremdes Girokonto sein. Die Inanspruchnahme erfolgt ganz individuell, entweder in Schritten, mit der vollen Summe oder in unregelmäßigen Abständen. Die Zinsen werden nur auf den tatsächlich abgerufenen Betrag berechnet. Sie sind genau wie beim Dispokredit variabel, passen sich also der aktuellen Marktentwicklung an. Das Geld kann bei Rahmenkredite frei für jeden Verwendungszweck eingesetzt und nach Rückzahlung erneut abgerufen werden, da viele Banken keine Vertragslaufzeit vereinbaren. In der Regel wird der Kredit ohne Sicherheiten bewilligt.

Vorteile gegenüber dem Dispokredit

Die Inanspruchnahme des Rahmenkredits ist für den Kunden hinsichtlich der Zinsen wesentlich günstiger, als sein Girokonto länger zu überziehen. Die Beträge können jedoch weitaus höher als beim Dispositionskredit sein, sie liegen zwischen 1.500 und 30.000 Euro. Damit kann ein teurer Dispokredit bei einer anderen Bank ohne weiteres abgelöst werden. Die Rückzahlung kann ganz flexibel erfolgen, oft wird jedoch ein Mindesttilgungsbetrag in Euro oder Prozent der Kreditsumme vorgegeben. Die Mindesttilgungsrate ist sehr niedrig, sie liegt zwischen ein und zwei Prozent des abgerufenen Betrags. Am preiswertesten ist der Rahmenkredit dann, wenn der Kreditnehmer in der Lage ist, den vollen Betrag zügig zurückzuzahlen.

Was ist zu beachten?

Die Auswahl an Anbietern ist gering, denn nur wenige Banken räumen ihren Kunden einen flexiblen Kreditrahmen ein. Die Zinssätze für einen Rahmenkredit sind meist bonitätsgebunden und orientieren sich stark an der Höhe des Gehaltes des Antragstellers. Eine ausführliche Information zu den Kreditkonditionen ist angezeigt, da bei einigen Kreditgebern beispielsweise zusätzliche Gebühren für Abrufe des Kredits anfallen, die ihn erheblich verteuern. Damit der Rahmenkredit nicht in die Überschuldung führt, ist eine strikte Zahlungsdisziplin mittels eines eigenen Rückzahlungsplans erforderlich.

Fazit

Der Rahmen- oder Abrufkredit eignet sich vor allem bei kurzfristigem Finanzbedarf. Wird er richtig gehandhabt, ist er die Alternative zum Dispositionskredit. Bei Laufzeiten unter einem Jahr ersetzt er den Ratenkredit. Da die Konditionsmodelle recht unterschiedlich ausgestaltet sind, empfiehlt sich ein Vergleich der Rahmenkredite im Internet. Je schneller die Rückzahlung erfolgt, desto vorteilhafter für den Kreditnehmer. Wer nur die Mindestrate abzahlt, macht aus der günstigen Alternative zum Dispokredit eine teure Darlehensvariante.





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