Ratenkredit

Der Ratenkredit ist bereits mehr als fünf Jahrzehnte alt. Mitte des 20. Jahrhunderts kam er in Mode und wurde zuerst von speziellen Teilzahlungsbanken angeboten, wobei der Grundgedanke eine Verkaufshilfe für hochwertige Konsumgüter gewesen ist. Heute gehört der Ratenkredit zu den standardisierten Produkten, die fast durchweg von allen Banken angeboten werden.

Rein rechtlich betrachtet, stellt der Ratenkredit einen Vertrag über ein geldliches Darlehen mit einer festen Laufzeit und den in Form der Zinsen festgeschriebenen Leihgebühr dar. Dabei wird der Vertrag über eine vertretbare Sache abgeschlossen. Für den Darlehensgeber und den Kreditnehmer werden beim Ratenkredit die Rechte und Pflichten im Kreditvertrag festgeschrieben. Eine Vereinfachung dieser Kreditverträge erreicht man dadurch, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank und zusätzlich die Allgemeinen Kreditbedingungen des Anbieters zu einem festen Bestandteil des Vertrages erklärt werden und man sie nicht als Klauseln in jeden einzelnen Vertrag einarbeiten muss.

Ein Ratenkredit zeichnet sich dadurch aus, dass die Kreditsumme samt der Nebenkosten in einem über die Laufzeit hinweg gleich bleibenden monatlichen Betrag zurück geführt wird. Alternativ kann auch vereinbart werden, dass zum Beispiel die Abschlussgebühren für den Kreditvertrag separat in Rechnung gestellt werden. In den meisten Fällen werden sie aber in die effektiven Jahreszinsen mit eingerechnet, die von den anbietenden Banken auf der Grundlage des Produktauszeichnungsgesetzes in Deutschland immer parallel zum nominalen Zinssatz mit ausgewiesen werden müssen. Der nominale Zinssatz stellt die reine Leihgebühr für die Kreditsumme dar.

Der Ratenkredit kann sowohl mit als auch ohne Zweckbestimmung ausgereicht werden. Ist keine solche Zweckbestimmung vorhanden, spricht man auch von einem Verbraucherkredit oder Konsumkredit. Beide Produktnamen haben gleichwertig die ursprüngliche Bezeichnung Hausfrauenkredit abgelöst. Wird der Ratenkredit mit Zweckbindung vergeben, erhält er in der Regel bei der Bezeichnung einen Zusatz, der sich aus der Art der Verwendung ergibt, wie das zum Beispiel beim Autokredit oder bei einem Immobilienkredit der Fall ist.

Je nach Anbieter und persönlicher Bonität kann man die Kreditsumme zwischen 1.000 und 100.000 Euro wählen. Die Laufzeiten liegen zwischen 12 und 120 Monaten, wobei hier auch individuell abweichende Regelungen möglich sind. Die Besicherung solcher Kredite wird je nach Höhe unterschiedlich gehandhabt. Bei kleineren Kreditsummen ist die Besicherung über den Nachweis eines regelmäßigen monatlichen Einkommens zusammen mit einer Schufa Auskunft ohne Negativeinträge ausreichend. Bei den höheren Summen einer Immobilienfinanzierung können zusätzliche Sicherheiten wie beispielsweise die Eintragung eines Grundpfandrechtes gefordert werden. Dann wäre die korrekte Bezeichnung für den Ratenkredit aber Hypothek.

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